Shopware 6 – Das bietet das neue Shopsystem

Im Mai 2019 hat Shopware seine neue Shop-Software vorgestellt. Seit Juli steht Shopware 6.0 im Early Access zur Verfügung. Grund genug, einmal zu fragen, was die Stärken des neuen Systems sind, wie es sich von Shopware 5 unterscheidet und auf welche Features sich Shop-Betreiber bei Shopware 6 besonders freuen können.

Die Ankündigung des Releases von Shopware 6 war zweifelsfrei der Höhepunkt des diesjährigen Shopware Community Days. Und sicher war es für viele eine Erleichterung, dass das Warten nun endlich ein Ende hat. Shopware selbst spricht von “einer neuen technologischen Shopware-Generation” und ist überzeugt, mit Shopware 6 die “Antwort auf die Herausforderungen einer komplexen, sich ständig wandelnden E-Commerce-Welt” zu präsentieren. Aber was heißt das eigentlich? Und was bedeutet das für Shop-Betreiber, die auf Shopware 6 umsteigen möchten?

Nicht nur eine neue Version, sondern ein Major-Update

Online-Händlern, die zu Shopware 6 wechseln möchten, muss zuallererst klar sein, dass es keinen direkten Updatepfad von Shopware 5 zu Shopware 6 gibt. Bei der neuen Version handelt es sich um ein Major-Update – ein völlig neues Shop-System. Der Wechsel zu Shopware 6 muss deshalb grundsätzlich als Shop-Migration verstanden werden. Damit der Plattformwechsel gelingt, ist es ratsam, rechtzeitig mit der Planung zu beginnen und früh einen kompetenten Shopware-Dienstleister einzubeziehen.
Wer sich für den Umzug auf Shopware 6 entscheidet, kann sich allerdings auch auf einige attraktive Features und nicht zuletzt auf ein zukunftsfähiges Shopsystem freuen, dass in Hinblick auf die Software-Architektur und die technologische Basis absolut auf der Höhe der Zeit ist.

Erlebniswelten: Produkte, Textelemente, Bilder und Medien können per Drag&Drop arrangiert werden.

Übersichtlich, intuitiv, konfigurierbar

Zu den auffälligsten und für Shopbetreiber sicher interessantesten Neuerungen in Shopware 6 zählt vermutlich die völlig umgestaltete Verwaltungsoberfläche. Das neue System besticht durch Übersichtlichkeit, eine klare Navigation und eine einfache und intuitive Nutzerführung. Darüber hinaus ist das Backend deutlich schneller geworden. Gegenüber der etwas eigenwilligen Fensterstruktur und der nicht immer optimalen Usability bei Shopware 5, steht Shopware 6 in der Administration in puncto Nutzerfreundlichkeit deutlich besser da. Ab der Professional Edition stehen Nutzern zusätzliche Features zur Verfügung, die weitgehende Konfigurations- und Gestaltungsmöglichkeiten bieten: Shopware 6 bietet individualisierbare Produkte, die Integration zusätzlicher Verkaufskanäle (z.B. Facebook oder Google Shopping) und einen Rule Builder, um bspw. Regeln für Preise und Versand individuell zu erstellen. Darüber hinaus spielt auch bei Shopware 6 das emotionale Shopping-Erlebnis weiter eine wichtige Rolle. Die Einkaufswelten aus der Vorgängerversion wurden deshalb in Shopware 6 zu Erlebniswelten weiterentwickelt. Mit diesem Tool lassen sich Shopseiten (Landingpages, Kategorieseiten, Produktdetailseiten, Listings) einfach und intuitiv erstellen. Produkte, Textelemente, Bilder und Medien können dabei per Drag&Drop arrangiert und geräteunabhängig und kanalübergreifend ausgespielt werden. Ergänzt werden die Erlebniswelten durch ein Datensatzmanagement. Dadurch kann zusätzlicher Content zentral verwaltet und auf den verschiedenen Shopseiten dargestellt werden.

Shopware 6 setzt auf Symfony 4.3 und Vue.js.

Up-to-Date und zukunftssicher

Auch technologisch haben die Münsterländer E-Commerce-Experten einige Änderungen vorgenommen. Shopware 6 greift auf die Frameworks Symfony, Vue.js und Bootstrap zurück und nutzt PHP 7.2 sowie die Template-Engine Twig. Das neue System ist mit diesem Technology-Stack nicht nur hochperformant und hervorragend skalierbar, sondern Shopware unterstreicht durch den Einsatz dieser Technologien auch seinen Open-Source-Ansatz und die Orientierung an der Community. Auch Shopware 6 setzt weiterhin auf die Erweiterbarkeit des Systems durch Plugins und eine aktive Entwickler-Community.
Eine weitere wesentliche Veränderung gegenüber der Vorgängerversion Shopware 5 betrifft die Software-Architektur. Shopware 6 ist nach dem API-first-Ansatz konzipiert und bietet so große Flexibilität im Hinblick auf die Integration externer Systeme, Erweiterungen und die Anbindung unterschiedlicher Frontend-Applikationen.
Gegenüber einer monolithischen Software-Architektur ist der API-first-Ansatz aber nicht nur flexibler, er trägt auch dazu bei, Entwicklungskosten zu senken und das Risiko zu reduzieren, da einzelne Software-Module unabhängig voneinander entwickelt, erweitert oder ersetzt werden können.

Was sagt unser Shopware-Experte?

Wir haben unseren Shopware-Experten und Lead Developer Shopware 6, Jordan Kniest, gefragt, wie er das neue System einschätzt.

Dein erster Eindruck?

Wir arbeiten seit Anfang August in unserem ersten Projekt mit Shopware 6. Mein erster Eindruck von Shopware 6 aus Entwicklersicht ist sehr gut. Besonders auf Grund des modernen Tech-Stacks mit der aktuellen Symfony-Version 4.3 und Vue.js. Natürlich gibt es momentan noch einige Kinderkrankheiten. Wir arbeiten ja derzeit noch mit Shopware 6.0 im Early Access. Insgesamt gefällt mir das System auch im Vergleich zu Shopware 5 aber richtig gut. Das liegt vielleicht auch daran, dass wir bei basecom mit den Technologien die in Shopware 6 eingesetzt werden gut vertraut sind und so unsere Erfahrungen mit Symfony oder Vue.js auch hier einbringen können.

Der API-First-Ansatz?

Die API ist bei Shopware 6 im Vergleich zu Shopware 5 deutlich besser. Dort war beispielsweise die Validierung ein Problem, das oft zu Fehlern geführt hat. Das ist bei Shopware 6 ganz anders. Hier entspricht die API modernen REST-Standards. Es gibt eine komplette API für sämtliche Ressourcen: Kunden, Produkte, Einstellungen usw. Ich habe selbst mit der API gearbeitet, aber auch aus unserem Oktopus-Team (Oktopus der Software-Connector), das mit der Shopware-6-API arbeitet, habe ich durchweg Postives gehört. Aus meiner Sicht ein sehr guter Ansatz, der es sehr einfach macht, neue Frontends, wie z.B. PWAs, für das System zu entwickeln und externe Systeme zu integrieren. Die API hält sich an moderne Standards, sie funktioniert einwandfrei, validiert die Eingaben korrekt und sie gibt richtige Fehlerfälle zurück. Damit lässt sich sehr gut arbeiten.

Shopware 6: Deine Einschätzung?

Aus Sicht eines Benutzers würde ich sagen, Shopware hat alles richtig gemacht: Das Administratoren-Backend ist super einfach zu pflegen und sieht modern aus. Es fühlt sich einfach gut an, damit zu arbeiten, Produkte zu pflegen und Daten zu managen. Gegenüber Shopware 5 hat Shopware 6 hier einen großen Schritt nach vorn gemacht.
Aus technischer Sicht hat Shopware für Shopware 6 einen definitiv zukunftssicheren Tech-Stack gewählt. Weder Symfony noch Vue.js werden in den nächsten Jahren irrelevant werden. Im Gegenteil: Sie wachsen Jahr zu Jahr stetig weiter. Sowohl was ihre Größe und Bedeutung betrifft als auch was die Community angeht die dahinter steht.
Meine persönliche Meinung ist, dass Shopware 6 definitiv eine starke Konkurrenz zu allen Shop-Systemen in der Größenordnung darstellen wird. Noch befinden wir uns ja im Early Access und einige Features stehen noch nicht zur Verfügung. Das betrifft z.B. das Cross Selling oder die Verwaltung von Nutzerberechtigungen. Shopware hat aber eine klare Roadmap und man kann davon ausgehen, dass diese Features bis zum Release von Shopware 6.1 im Dezember bereitgestellt werden.
Ich rechne damit, dass die Nachfrage nach Shopware 6 mit dem offiziellen Start im Dezember sehr stark sein wird. Und das zu Recht.

Über den Autor

Amir El Sayed hat 2012 seine Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung bei basecom begonnen und ist uns seitdem treu geblieben. Neben der Arbeit hat er ein BWL Studium absolviert, sodass er heute als IT-Consultant bei basecom tätig ist. Er interessiert sich für den Finanzmarkt und verbringt gerne Zeit mit Freunden - zum Beispiel bei einer guten Serie.