4 E-Commerce-Systeme im Vergleich: Teil 2 Shopware 6

E-Commerce-Systeme Vergleich Shopware 6 vs. Magento 2

Magento oder Shopware? Shopware oder Spryker? Oder doch eine Individualentwicklung? In unserer kleinen Blog-Serie wollen wir Ihnen vier verschiedene E-Commerce- bzw. Web-Technologien aus dem basecom-Portfolio vorstellen, um Ihnen Gelegenheit zu geben, sich einen ersten Eindruck von den unterschiedlichen Shopsystemen, ihren jeweiligen Möglichkeiten und besonderen Eigenschaften zu machen.

Nachdem wir uns in Teil 1 mit Magento 2 beschäftigt haben, geht es im zweiten Teil um ein Shopsystem made in Germany:

Shopware 6 – Emotionale Erlebniswelten aus dem Münsterland

Gut vier Jahre nach dem Release von Shopware 5 haben die Schöppinger E-Commerce-Spezialisten beim Shopware Community Day 2019 ihr neues Shopsystem Shopware 6 der Öffentlichkeit vorgestellt. Shopware 6 ist seit Juni 2019 im Early Access verfügbar, sodass inzwischen erste Projekte mit der neuen Software live sind. Die Version 6.1 des Shopsystems ist seit Dezember 2019 erhältlich. Shopware ist überzeugt, mit Shopware 6 eine “Antwort auf die Herausforderungen einer komplexen, sich ständig wandelnden E-Commerce-Welt” zu liefern und spricht selbstbewusst von “einer neuen technologischen Shopware-Generation”. Und tatsächlich machen die Münsterländer mit dem Major Update ihres Shopsystems einen deutlichen Schritt in Richtung Zukunft und es spricht vieles dafür, dass Shopware seine Erfolgsgeschichte auch mit Shopware 6 fortschreiben wird. Nach der aktuellen Erhebung ‚E-Commerce-Markt Deutschland 2019‘ des EHI Retail Institute und Statista, die von iBusiness zitiert wird, hat Shopware seinen Marktanteil unter den Top-1000-Onlineshops zwischen 2016 und 2019 auf 11,3 Prozent ausgebaut und damit fast verdoppelt. Shopware liegt in diesem Segment nur noch knapp drei Prozentpunkte hinter dem Marktführer Magento. Bemerkenswert ist dabei auch, dass Shopware mit einem Top-Ranking von 37 vertreten ist. Ein Beleg dafür, dass Shopware leistungsstark genug ist, um auch für sehr große Onlineshops attraktiv zu sein. (iBusiness/ Dominik Grollmann: ‘Top 10: Das sind die erfolgreichsten Shopsysteme’, ibusiness.de, 31.10.2019). 2016 konnte Shopware bei einer Umfrage unter 585 kleinen und mittleren deutschen Onlinehändlern des Online-Branchenmagazins t3n den Rivalen Magento mit drei Prozentpunkten Vorsprung auf den zweiten Platz verweisen. Auch in diesem Segment konnte Shopware in den letzten Jahren weiter zulegen.

Was hat Shopware 6 zu bieten?

Schon mit der Veröffentlichung von Shopware 5 hatte Shopware für Aufsehen gesorgt: Unter dem Motto ‘Emotional Shopping. On any Device’ lag der Fokus hier insbesondere auf den Aspekten responsive Design, Performance und User Experience. Mit den Einkaufswelten wurden eine Reihe von Features eingeführt, die es Shopbetreibern ermöglichen, attraktive, emotionale Kundenerlebnisse mit wenig Aufwand per Drag & Drop zu gestalten. Neben der modernen Softwarearchitektur und der leistungsstarken technologischen Basis, hat Shopware mit diesem nutzerfreundlichen und marketingorientierten Ansatz offenbar einen Nerv getroffen. Mit der neuen Version seiner Shopsoftware geht Shopware den mit Shopware 5 eingeschlagenen Weg konsequent weiter. Und das bedeutet zunächst einmal einen Bruch: Bei Shopware 6 handelt es sich nicht um ein einfaches Update, sondern um eine neue, völlig eigenständige Software. Einen direkten Updatepfad von Shopware 5 auf Shopware 6 gibt es deshalb nicht. Dafür bringt Shopware 6 aber auch eine ganze Reihe neuer Features und einen frischen Technologie-Stack mit: Shopware 6 nutzt die Frameworks Symfony (Version 4.3, Full Stack), Vue.js und Bootstrap sowie PHP 7.2 und die Template-Engine Twig. Technologisch ist Shopware 6 mit diesem Stack absolut auf der Höhe der Zeit, verspricht eine sehr gute Performance und Skalierbarkeit und untermauert gleichzeitig das Bekenntnis der Münsterländer zum Open-Source-Gedanken.
Shopware setzt weiterhin auf eine aktive Entwickler-Community und ein breites Plugin-Angebot, um das System zu erweitern. Zusätzliche Flexibilität gewinnt Shopware 6 aber insbesondere durch seine neue Software-Architektur nach dem API-first-Prinzip, die eine einfachere Integration externer Systeme (bspw. ERP-, PIM- oder CRM-Systeme) und die Anbindung unterschiedlicher Frontend-Applikationen ermöglicht. Als Headless-System eröffnet Shopware 6 Shopbetreibern so neue Möglichkeiten im Hinblick auf Multishop-Konzepte und innovative Frontend-Lösungen. Gegenüber monolithischen Software-Architekturen bietet der API-first-Ansatz darüber hinaus die Möglichkeit, Entwicklungskosten zu senken und das Risiko zu reduzieren, indem das System modular entwickelt und erweitert werden kann.

Shopware 6
Auf einen Blick
E-Commerce-Systeme Vergleich Shopware
  • Tech Stack: PHP ≥ 7.2 , Symfony, Vue.js
  • Hosting: On Premises, Cloud-Hosting ab 2020
  • Lizenzen: Enterprise Edition, Professional Edition, Community Edition
  • Erscheinungsjahr, aktuelle Version: 2019, Version 6.1
  • Besondere Eigenschaften: Emotional Shopping, API first, modular & flexilbel, made in Germany

Benutzerfreundliches Content Management und viele Konfigurationsmöglichkeiten

Eine der ersten Neuerungen, die Shopware-Nutzern bei Shopware 6 auffallen wird, ist das neu gestaltete und deutlich übersichtlichere Backend. Die eigenwillige, fensterbasierte Verwaltungsoberfläche der Vorgängerversion gehört damit der Vergangenheit an: Shopware 6 setzt auf Übersichtlichkeit, klare Navigation und einfache, intuitive Nutzerführung und legt beim Backend auch in Sachen Geschwindigkeit eine Schippe drauf.
Wie die Vorgängerversion bietet Shopware auch das neue System in drei Varianten an, die sich in ihrem Leistungsumfang unterscheiden: Neben der kostenlosen Community Edition, die insbesondere für kleine Unternehmen und E-Commerce-Einsteiger interessant ist, gibt es eine Professional Edition und eine Enterprise Edition. Aufgrund der günstigen Konditionen dürfte die Professional Edition aber auch für viele kleinere Unternehmen interessant sein: Hier stehen Shopbetreibern eine Reihe attraktiver Zusatzfunktionen und weitgehende Konfigurations- und Gestaltungsmöglichkeiten zur Verfügung. Dazu zählen individualisierbare Produkte ebenso wie die Integration zusätzlicher Verkaufskanäle – wie Facebook, Google Shopping oder Voice-Commerce-Kanäle – und ein Rule Builder, mit dem zum Beispiel individuelle Preis- oder Versandregeln erstellt werden können.

Wie in Shopware 5 wird den Themen Content Management und Marketing auch unter Shopware 6 ein hoher Stellenwert eingeräumt. Besondere Bedeutung kommt dabei den Erlebniswelten zu, die als konsequente Weiterentwicklung der bekannten Einkaufswelten jetzt die Möglichkeit bieten, verschiedene Shopseiten (Landingpages, Kategorieseiten, Produktdetailseiten, Listings) sehr unkompliziert und einfach per Drag & Drop zu erstellen. Unterschiedliche Content-Elemente, wie Produkte, Textelemente, Bilder oder Medien lassen sich direkt im Backend arrangieren und können geräteunabhängig und kanalübergreifend ausgespielt werden. Zusätzlich verfügt Shopware 6 über ein Datensatzmanagement, um Content zentral zu verwalten und auf den verschiedenen Shopseiten darstellen zu können.

Fazit

Shopware 6 ist relativ neu am Markt. Unternehmen die sich als Early Adopter für das System entscheiden, müssen deshalb damit rechnen, dass sie sich mit anfänglichen Schwierigkeiten und Kinderkrankheiten auseinandersetzen müssen.
Das flexible Shopsystem ist in einer kostenlosen Community Edition erhältlich. Viele Features sind aber erst in den kostenpflichtigen Versionen erhältlich. Auch die Professional Edition und die Enterprise Edition sind aber verhältnismäßig günstig. Die Lizenzgebühren für die Professional Edition beginnen bei einmalig 1.295 EUR. Verschiedene Support Subscriptions können zu moderaten monatlichen Kosten dazugebucht werden. Shopware 6 ist so für ganz unterschiedliche Zielgruppen eine interessante Lösung. Die Community Edition und die Professional Edition richten sich an kleine und mittlere Unternehmen, während Shopware mit der Enterprise Edition dezidiert auch sehr große Onlinehändler ansprechen möchte.
Shopware 6 ist nach dem API-first-Prinzip konstruiert und bietet so die Möglichkeit, das System über Programmierschnittstellen zu steuern bzw. über das SalesChannel API verschiedene Frontend-Applikationen, z.B. Alexa Skills oder IoT-Anwendungen, anzubinden. Shopware 6 kann also prinzipiell als Headless-System betrieben werden. Bei Shopware ist dieser Ansatz – im Gegensatz zu Spryker – aber eher als Angebot und Investition in die Zukunftsfähigkeit des Systems zu verstehen. Der Schwerpunkt der Münsterländer liegt nach wie vor darauf, Onlinehändlern ein leistungsfähiges und gut zu bedienendes Shopsystem anzubieten. Für Shopbetreiber und Marketingteams hält Shopware 6 zahlreiche Features bereit, die weitreichende Möglichkeiten zur Gestaltung und Anpassung des Shops aus dem Backend heraus ermöglichen. Die Devise lautet hier: Konfigurieren vor Programmieren.
Shopware stellt in der Shopware 6 Enterprise Edition eine B2B Suite mit umfangreichen Funktionen zur Verfügung. Dazu zählen unter anderem kundenindividuelle Preise und die Steuerung von Rechten, Rollen und Freigabeprozessen. Für 2020 ist außerdem eine Cloud-Version angekündigt.

Mit dem B2C-Onlineshop kartenkuss.de konnten wir gemeinsam mit unserm Kunden Rehms Druck bereits in der Early-Access-Phase ein erstes Shopware-6-Projekt realisieren. Mehr dazu hier.

 

Im dritten Teil unseres Systemvergleichs stellen wir Ihnen das Spryker Commerce OS vor. In Teil 1 geht’s um Magento 2, in Teil 4 um Symfony.

4 E-Commerce-Systeme im Vergleich Shopsysteme

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Übersichtlich und auf einen Blick: Den kompletten Systemvergleich mit Magento 2, Shopware 6, Spryker und dem PHP-Framework Symfony können Sie schon jetzt hier als PDF downloaden:

Über den Autor

Über den Autor

Steffen Krüger leitet die Business Units Akeneo und Shopware. Er ist bereits seit 2008 ein Teil von basecom und der richtige Ansprechpartner für Ihr Onlineprojekt.

Steffen Krüger Leitung Business Unit Shopware