Shopware: E-Commerce-Systeme im Vergleich Teil 2

E-Commerce-Systeme im Vergleich: Shopware 6

Adobe Commerce, Shopware oder Spryker? Vielleicht aber auch commercetools oder Pimcore? Oder doch eine Individualentwicklung? In unserer kleinen Blog-Serie wollen wir Ihnen verschiedene E-Commerce- bzw. Web-Technologien aus dem basecom-Portfolio vorstellen, um Ihnen Gelegenheit zu geben, sich einen ersten Eindruck von den unterschiedlichen Shopsystemen, ihren jeweiligen Möglichkeiten und besonderen Eigenschaften zu machen.

Nachdem wir uns in Teil 1 mit Adobe Commerce beschäftigt haben, geht es im zweiten Teil um ein Shopsystem made in Germany:

Shopware – Emotionale Erlebniswelten aus dem Münsterland

+++ Aktualisiert September 2022 +++

Ende 2019 wurde die Version Shopware 6 veröffentlicht und ist angetreten, eine „Antwort auf die Herausforderungen einer komplexen, sich ständig wandelnden E-Commerce-Welt“ zu liefern. Shopware sprach nach dem Release selbstbewusst von „einer neuen technologischen Shopware-Generation“, die die Vorgängerversion Shopware 5 ablöst. Und tatsächlich haben die Münsterländer mit dem Major Update ihres Shopsystems einen deutlichen Schritt in Richtung Zukunft gemacht und ihre Erfolgsgeschichte auch mit Shopware 6 fortgeschrieben.
Im Februar 2022 hat die shopware AG bekannt gegeben, durch eine neue Partnerschaft mit Carlyle und PayPal Wachstumskapital in Höhe von 100 Mio. US-Dollar eingeworben zu haben, das in die internationale Expansion von Shopware und die Entwicklung neuer Produkte fließen soll.

Im September 2022 hat Shopware einen neuen Produkt- und Lizenzplan vorgestellt, mit dem das Unternehmen sein Angebot neu aufstellt. Mit den Editionen Shopware Rise, Shopware Evolve und Shopware Beyond stehen drei Varianten des Shopsystems zur Verfügung, die bezüglich des Leistungsumfangs, des Servicelevels und der Lizenzkosten so gestaffelt sind, dass sie den Ansprüchen und Bedürfnissen verschiedener Unternehmensgrößen und Geschäftsmodelle gerecht werden.

Nach der aktuellen Erhebungen des EHI Retail Institute und Statista, die von iBusiness zitiert werden, hat Shopware seinen Marktanteil unter den Top-1000-Onlineshops zwischen 2016 und 2021 auf 11,5 Prozent ausgebaut und damit fast verdoppelt. Shopware lag damit in diesem Segment nur noch knapp 0,7 Prozentpunkte hinter dem Marktführer Magento. Laut ecommerceDB kommt Shopware 2020 deutschlandweit auf einen Marktanteil von 28 % und liegt damit vor Magento auf Platz 1.
Shopware wird 2020, 2021 und 2022 im ‘Magic Quadrant for Digital Commerce’ des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Gartner als ‘Niche Player’ geführt. Die Analysten betonen insbesondere die einfache und benutzerfreundliche Benutzungsoberfläche von Shopware sowie den Ausbau der B2B-Funktionalitäten. Als Zielsegment von Shopware sieht Gartner kleine bis mittelgroße B2C-Einzelhändler und Markenhersteller sowie B2B-Großhändler mit einem jährlichen Umsatz von weniger als 100 Mio. US-Dollar.

Was hat Shopware zu bieten?

Unter dem Motto “Your freedom to grow” wurde Shopware seit dem Release von Shopware 6, 2019, kontinuierlich zu einer Open Commerce Platform weiterentwickelt, die Unternehmen umfangreiche Möglichkeiten bietet, online zu wachsen. Dieser Anspruch spiegelt sich in auch in dem neuen Editions- und Lizenzmodell.

Shopware bringt eine ganze Reihe attraktiver Features und einen frischen Technologie-Stack mit: Die aktuelle Version von Shopware nutzt die Frameworks Symfony (Version 5.4 LTS, Full Stack), Vue.js und Bootstrap sowie PHP 8.1 und die Template-Engine Twig. Technologisch ist Shopware mit diesem Stack absolut auf der Höhe der Zeit. Das macht sich in der sehr guten Performance und Skalierbarkeit bemerkbar und untermauert gleichzeitig das Bekenntnis der Münsterländer zum Open-Source-Gedanken.
Shopware setzt weiterhin auf eine aktive Developer Community und ein breites Plugin-Angebot, um das System zu erweitern. Zusätzliche Flexibilität gewinnt Shopware aber insbesondere durch seine Software-Architektur nach dem API-first-Prinzip, die eine einfachere Integration externer Systeme (bspw. ERP-, PIM- oder CRM-Systeme) und die Anbindung unterschiedlicher Frontend-Applikationen ermöglicht. Als Headless-System eröffnet Shopware Shopbetreibern so neue Möglichkeiten im Hinblick auf Multishop-Konzepte, die Anbindung an Marktplätze und innovative Frontend-Lösungen wie die Shopware PWA. Gegenüber monolithischen Software-Architekturen bietet der API-first-Ansatz darüber hinaus die Möglichkeit, Entwicklungskosten zu senken und das Risiko zu reduzieren, indem das System modular entwickelt und erweitert werden kann.

Shopware
Auf einen Blick
E-Commerce-Systeme Vergleich Shopware
  • Tech Stack: PHP 8.1 , Symfony 5.4, Vue.js
  • Hosting: On Premises, SaaS, PaaS
  • Lizenzen: Shopware Rise, Shopware Evolve, Shopware Beyond & Community Edition
  • Erscheinungsjahr, aktuelle Version: 2019, Version 6.4
  • Besondere Eigenschaften: Emotional Shopping, API first, modular & flexibel, made in Germany

Neues Editionsmodell für flexibles & dynamisches Wachstum

Shopware setzt auf Übersichtlichkeit, klare Navigation, einfache, intuitive Nutzbarkeit und eine schnelle Administration. Den Themen Content Management und Marketing wird bei Shopware ein hoher Stellenwert eingeräumt. Besondere Bedeutung kommt dabei den Erlebniswelten zu, die als konsequente Weiterentwicklung der aus Shopware 5 bekannten Einkaufswelten die Möglichkeit bieten, verschiedene Shopseiten (Landingpages, Kategorieseiten, Produktdetailseiten, Listings) sehr unkompliziert und einfach per Drag & Drop zu erstellen. Unterschiedliche Content-Elemente, wie Produkte, Textelemente, Bilder oder Medien lassen sich direkt in der Administration arrangieren und können geräteunabhängig und kanalübergreifend ausgespielt werden.
Shopware wird in vier Varianten angeboten, die sich in ihrem Leistungsumfang unterscheiden: Neben der kostenlosen Community Edition, die insbesondere für Tech-affine Unternehmen interessant ist, die über eigenes Know-how in der Softwareentwicklung verfügen, gibt es die Editionen Shopware Rise, Shopware Evolve und Shopware Beyond, die die bisherige Professional Edition und die Enterprise Edition ablösen.
Die verschiedenen Shopware Editionen unterscheiden sich hinsichtlich der zur Verfügung stehenden Features, des inkludierten Supportlevels und der Lizenzkosten. Die Edition Shopware Rise ist ab 600 EUR pro Monat erhältlich. Sie richtet sich an Unternehmen, die sich mit einem professionellen Onlineangebot vom Wettbewerb absetzen möchten. Dazu bietet die Lizenz Features wie Premium Themes und Custom Products sowie Funktionen den Flow Builder und den Rule Builders, um eine einzigartige und wiedererkennbare Online-Präsenz zu gestalten, Arbeitsabläufe zu automatisieren und Produkte optimal zu präsentieren.
In der Edition Shopware Evolve werden weitere Funktionen und ein umfangreicheres Supportangebot zur Verfügung gestellt. Zu den Features dieser Edition zählen unter anderem die B2B Suite und die Advanced Search. Shopware Evolve richtet sich an Unternehmen, die ihr Online-Business auf höherem Niveau flexibel erweitern und skalieren möchten und ist insbesondere für B2B-Geschäftsmodelle interessant. Der Einstiegspreis für diese Lizenz liegt bei 2.400 EUR im Monat.
Das umfangreichste Funktions- und Supportangebot stellt die Edition Shopware Beyond bereit. Es handelt sich hier um eine Enterprise-Lösung, die zusätzlich zu den Features von Shopware Evolve unter anderem erweiterte Funktionen im Rule Builder und im Flow Builder sowie kundenindividuelle Preise oder Guided Shopping bereitstellt.
Durch die Gliederung des Lizenz- und Editionsplans bietet Shopware Händler*innen eine sehr gute Basis, um ihr Onlineangebot flexibel zu entwickeln und zu skalieren.
Alle kommerziellen Shopware-Editionen können sowohl On Premises gehostet als auch durch Shopware als Cloud-basierte SaaS- oder PaaS-Lösung zur Verfügung gestellt werden.

Fazit

Das flexible Shopsystem von Shopware ist in einer kostenlosen Community Edition erhältlich. Viele Features sind aber erst in den kostenpflichtigen Versionen verfügbar. Mit dem neuen Lizenzplan bietet Shopware durch die Edition Shopware Rise aber auch kleineren Unternehmen ein günstiges, professionelles E-Commerce-System, um mit dem eigenen Onlineshop ein attraktives, individuelles Angebot zu entwickeln. Shopware Evolve und Shopware Beyond richten sich an größere und große Unternehmen mit einem Umsatzziel von ca. 5 Mio. EUR und mehr im Onlinehandel. Diese beiden Editionen bieten unter anderem umfangreiche B2B-Features wie kundenindividuelle Preise und die Steuerung von Rechten, Rollen und Freigabeprozessen.
Außerdem stehen Shopbetreiber*innen eine Reihe attraktiver Zusatzfunktionen und weitgehende Konfigurations- und Gestaltungsmöglichkeiten zur Verfügung. Dazu zählen individualisierbare Produkte ebenso wie die Integration zusätzlicher Verkaufskanäle, wie Facebook, Google Shopping oder Voice-Commerce-Kanäle. Der Rule Builder, mit dem zum Beispiel individuelle Preis- oder Versandregeln erstellt werden können, kann in diesen Editionen auch für CMS-Elemente eingesetzt werden. Ende 2021 wurde mit dem Flow Builder ein neues Key Feature veröffentlicht, mit dem sich individuelle Workflows definieren und automatisieren lassen. Der Flow Builder ist als No-Code-Interface konzipiert, sodass auch komplexe Unternehmensprozesse über die intuitive, nutzungsfreundliche Oberfläche eingerichtet und automatisiert werden können. Beispiele sind etwa kundenspezifische Lieferoptionen, individualisierte Bestell- und Zahlungsmethoden oder die Automatisierung der internen Business-Kommunikation. Zusätzlich können mit Webhooks Daten an API-basierte Drittsysteme übermittelt werden. Shopware ist so für ganz unterschiedliche Zielgruppen eine interessante Lösung.

Shopware ist nach dem API-first-Prinzip konstruiert und bietet so die Möglichkeit, das System über Programmierschnittstellen zu steuern bzw. über die SalesChannel API verschiedene Frontend-Applikationen, z. B. Alexa Skills oder IoT-Anwendungen, anzubinden. Shopware kann also auch vollständig als Headless-System betrieben werden. Bei Shopware ist dieser Ansatz – im Gegensatz zu Spryker, Pimcore oder commercetools – aber eher als Angebot und Investition in die Zukunftsfähigkeit des Systems zu verstehen. Der Schwerpunkt der Münsterländer liegt nach wie vor darauf, Unternehmen ein leistungsfähiges und gut zu bedienendes Shopsystem anzubieten. Für Shopbetreiber*innen und Marketingteams hält Shopware zahlreiche Features bereit, die weitreichende Möglichkeiten zur Gestaltung und Anpassung des Shops aus der Administration heraus ermöglichen. Die Devise lautet hier: Konfigurieren vor Programmieren.

E-Commerce-Systeme im Vergleich

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Übersichtlich und auf einen Blick: Den kompletten Systemvergleich mit Adobe Commerce/Magento, Shopware, Spryker, commercetools, dem Pimcore Digital Commerce Framework und dem PHP-Framework Symfony können Sie hier kostenlos als PDF downloaden:

Über den Autor

Über den Autor

Steffen Krüger leitet bei basecom die Business Unit Shopware. Er ist bereits seit 2008 ein Teil von basecom und der richtige Ansprechpartner für Ihr Onlineprojekt.

Steffen Krüger Leitung Business Unit Shopware