Adobe Commerce/ Magento: E-Commerce-Systeme im Vergleich Teil 1

E-Commerce-Systeme im Vergleich Adobe Commerce

Die Wahl der richtigen E-Commerce-Software ist ein entscheidender Faktor für die erfolgreiche Positionierung im Onlinehandel. Dabei kommt es darauf an, die Technologie zu finden, die am besten zu den Bedürfnissen und Anforderungen des eigenen Unternehmens passt. Aus diesem Grund sind pauschale Empfehlungen ohne eine genaue Analyse des jeweiligen Bedarfs nicht sinnvoll. Damit Sie sich aber einen ersten Eindruck von den verschiedenen Systemen machen können, stellen wir Ihnen in unserem aktuellen Vergleich die E-Commerce-Systeme Adobe Commerce (Magento 2), Shopware 6, Spryker, commercetools, das Pimcore Digital Commerce Framework sowie das PHP-Framework Symfony vor, die alle Teil unseres Portfolios sind.

Den Anfang unserer Blogserie macht

Adobe Commerce/ Magento – Der Platzhirsch im Onlinehandel

Magento 2 ist 2015 als Nachfolger des erfolgreichen Vorgängersystems Magento 1 herausgebracht und seitdem fortlaufend weiterentwickelt worden. Im Juli 2018 wurde Magento von Adobe übernommen. Magento Commerce wurde im Zuge dessen als Adobe Commerce in die Adobe Experience Cloud eingegliedert. Die kostenlose Open-Source-Version des Shopsystems ist weiterhin unter dem Namen Magento erhältlich. Grundlage der Einschätzungen, die wir in diesem Vergleich treffen, ist Adobe Commerce.
Mit einem Marktanteil von 12,2 Prozent unter den 1000 größten Onlineshops in Deutschland war Adobe Commerce/ Magento auch 2021 Marktführer, musste aber 2,8 Prozentpunkte einbüßen, wie iBusiness berichtet. Tatsächlich kommt ecommerceDB in einer Untersuchung von 2020 zu dem Ergebnis, dass Shopware bei 3,072 Onlineshops, die die Datenbank für Deutschland listet, einen Marktanteil von 28 % erreicht und damit vor Magento mit 23 % liegt. Weltweit lag Magento mit einem Marktanteil von 29 % allerdings auch hier weiterhin vorne.
Adobe Commerce wird im ‘Magic Quadrant for Digital Commerce 2021’ zum wiederholten Male als marktführender Technologieanbieter (‘Leader’) gelistet. Die Analysten von Gartner sehen in Adobe Commerce eine leistungsstarke Commerce-Lösung für mittelständische Unternehmen, die ein E-Commerce-System suchen, das umfassend angepasst werden kann. Unternehmen, die neben Adobe Commerce auch andere Produkte der Adobe Experience Cloud nutzen, können dadurch zusätzlich profitieren.

Was hat Adobe Commerce zu bieten?

Magento 2 ist 2015 mit einer völlig neuen Softwarearchitektur und mit einer modernen und zukunftsweisenden Technologiebasis an den Start gegangen und versprach gegenüber der Vorgängerversion insbesondere eine erheblich verbesserte Ladegeschwindigkeit. Das System ist seitdem stetig weiterentwickelt und durch neue Features ergänzt worden. So steht Adobe-Commerce-Nutzer*innen schon seit einiger Zeit das PWA Studio zur Verfügung, das Shopbetreibern eine einfache Möglichkeit bietet, Progressive Web-Apps als Frontendlösung zu nutzen. Ein Page Builder, mit dem sich Shopseiten per Drag & Drop erstellen lassen, ist ebenfalls mit an Board.
Durch die Adobe-Commerce-Funktion für Produktempfehlungen auf Basis der KI Adobe Sensei werden Händler*innen unterstützt, indem Shopbesucher*innen automatisch relevante Produkte basierend auf dem Kaufverhalten sowie auf spezifischen Produktmerkmalen, Suchanfragen, Trends und weiteren Daten empfohlen werden. Auch das Feature Live Search nutzt Adobe Sensei, um durch relevantere Suchergebnisse den Verkaufserfolg zu steigern.
Nach der Übernahme durch Adobe wurde Magento Commerce als Adobe Commerce in die Adobe Experience Cloud integriert. Die Veröffentlichung der Edition Adobe Commerce Cloud zählt zu den wichtigsten Neuerungen und wird in Zukunft eine zentrale Säule des Angebotes von Adobe Commerce sein. Grundsätzlich bietet sich Adobe Commerce insbesondere aufgrund der starken Performance und der hervorragenden Skalierbarkeit für mittlere und größere Unternehmen und Onlineshops mit umfangreichen Warenangeboten an. Unternehmen, die im B2B-Bereich tätig sind, profitieren bei Adobe Commerce außerdem von umfangreichen B2B-Funktionalitäten. Aufgrund seiner nativen Mehrsprachenfähigkeit ist das E-Commerce-System sehr gut für international ausgerichtete Projekte geeignet. Dabei können verschiedene Shops in einer Instanz abgebildet werden. Ein weiterer Pluspunkt für Adobe Commerce ist zudem die breite Dienstleisterbasis und die große Entwickler-Community, die für Unabhängigkeit und Flexibilität sorgen. Auch die Anbindung von externen Systemen (ERP, CRM, PIM usw.) ist kein größeres Problem. Die große, aktive Community sorgt darüber hinaus dafür, dass ein riesiges und ständig wachsendes Angebot an Extensions für Adobe Commerce zur Verfügung steht, sodass das System flexibel um weitere Funktionen ergänzt werden kann.

Adobe Commerce
Auf einen Blick
Adobe Commerce
  • Tech Stack: PHP 8.1, MySQL 8.0, Zend
  • Hosting: Cloud-Hosting, On Premises
  • Lizenzen:Adobe Commerce Cloud, Adobe Commerce, Magento Open Source
  • Erscheinungsjahr, aktuelle Version: 2015, Version 2.4.4
  • Besondere Eigenschaften: Große Community, viele Extensions & Themes, Teil der Adobe Experience Cloud

Adobe Commerce Cloud

Zusätzlich zum Leistungsumfang von Adobe Commerce bietet Adobe Commerce Cloud nicht nur erweiterte Funktionen, sondern auch ein nahezu unendlich skalierbares, hochverfügbares und performantes System. Zudem gehören viele Features, wie ein dynamisches Marketing, eine verbesserte Suche, viele B2B-Features und ein erweitertes Content Management System (Page Builder) zum Funktionsumfang. Die Adobe Commerce Cloud ist ein Software-as-a-Service-Angebot, das Shopbetreiber*innen die Möglichkeit bietet, sich voll und ganz auf ihr Geschäft zu konzentrieren. Zusätzlich können bei Bedarf Services der Adobe Experience Cloud, wie Adobe Stock, direkt aus dem Commerce-Backend genutzt werden (gegen Aufpreis).

Fazit

Unter dem Strich ist Adobe Commerce immer noch ein leistungsstarkes und solides Schlachtross. Shopbetreiber*innen können insbesondere von den zahlreichen Extensions und einem zuverlässigen, erprobten Shopsystem profitieren, das ein hohes Maß an Individualisierung zulässt. Gerade für Unternehmen, die ein klassisches, aber hochperformantes Shopsystem suchen, kann Adobe Commerce die richtige Wahl sein. Mit der Cloud-Version und dem zusätzlichen Leistungsangebot, das Adobe seinen Nutzer*innen zur Verfügung stellt, ist Adobe Commerce vor allem für mittlere und große Onlinehändler*innen attraktiv.
Ähnlich wie Spryker, Shopware 6, Pimcore oder commercetools setzt auch Adobe Commerce seit einiger Zeit verstärkt durch das PWA Studio auf den API-first-Ansatz, um größere Flexibilität im Frontend zu bieten. Ebenso werden weitere Services und Funktionalitäten zukünftig durch APIs angebunden. Die Hinwendung von Adobe zu PWA-Frontends und dem API-first-Ansatz hat allerdings interessanterweise auch zu einem Revival des klassischen Magento-Frontends in Form des Hyvä-Themes geführt. Diese hochperformante Frontend-Lösung ist aus der Magento-Community hervorgegangen und versteht sich dezidiert als Gegenentwurf zu Headless-Lösungen.

Perspektivisch ist zu erwarten, dass sich Adobe stärker auf die Version Adobe Commerce Cloud konzentrieren wird und Adobe Commerce zu einem SaaS-Angebot weiterentwickelt wird. Angekündigt ist außerdem, dass Magento Open Source an die Magento Association übergeben wird. Die Community wird so auch in Zukunft eine wichtige Rolle in der Entwicklung des E-Commerce-Systems spielen.

In Teil 2 unseres Vergleichs folgt in Kürze: Shopware 6

Über die Autorin

Über die Autorin

Alexandra Essig leitet die Business Unit Adobe Commerce/ Magento und ist für den Bereich Pimcore zuständig. Alexandra ist seit 2015 bei basecom für den Erfolg verschiedenster E-Commerce-Projekte verantwortlich. Sie hat zwei Kinder und zwei Hunde. Auch in ihrer Freizeit hat sie als Volleyballschiedsrichterin alles im Griff. 

Alexandra Essig Director Business Unit